BUSINESS WARGAMING

– AUS DER ZUKUNFT LERNEN –

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Am Anfang war für uns die Erkenntnis von Henry Ford:

„das Geheimnis des Erfolges ist,

den Standpunkt des Anderen zu verstehen“.

DAS ERFOLGREICHSTE SIMULATIONSMODELL DER WELT!


Vieler der bisher geltenden Muster in unser Wirtschaft und in unserem kommunikativen Verhalten können die in sie gesetzten Erwartungen heutzutage nicht mehr erfüllen und so gilt der Satz von Albert Einstein, der sinngemäß formulierte „Firmen die immer das gleiche tun und dabei eine Veränderung erwarten, Gefahr laufen, die Zeichen der Zeit nicht mehr deuten zu können“. Es gilt, neue Sichtweisen zu entwickeln, blinde Flecken aufzuspühren und sich mit weit geöffnetem Geist in verschiedene Szenarien und Betrachtungsweisen zu begeben.

Der in der Überschrift angeführte satz von Henry Ford bedeutet für uns, unsere eigenen Sichtweisen der Dinge aus verschiedensten Perspektive zu beleuchten. Dabei steht eines fest, dass hinter allen Entscheidungen Menschen stehen, die einzeln oder kollektiv das meiste für sich herausholen wollen. Verstehe ich diese menschliche Natur kann ich sie zu meinem Verbündeten machen oder zu meinem Widersacher!

Strategiespiele, zu denen auch die „Business Waregames“ und dem daraus entwickelten „Strategic Responce Workshop nach Dr. Förg“ gehören, ermöglichen uns, das Verhalten verschiedener Interessensgruppen – vorallem die des Mitbewerbs – vorherzusagen, oder aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten. Bei der Variante des „Business Wargaming – nach Dr. Förg“, werden neben den Grundlagen der Spieletheorie, auf die die Waregames aufbauen, vorallem die neuesten Erkenntnisse der Neurologie systemisch mit Konzepten des Storytellings und des vermittelnden Improtheaters mit einbezogen.

Das Business Wargaming hilft uns unsere eigenen Scheuklappen und blinde Flecken zu erkennen und die unserer Gegner für unsere Zwecke zu nutzen. Zugegeben, das verlangt in unserer heutigen Businessstruktur etwas Mut, weshalb wir sehr gerne von einer Heldenreise sprechen. Wir fordern sie auf, machen sie aus sich oder ihrem Unternehmen einen Helden und begeben sie sich auf eine spannende Entdeckungsreise.

Der Ursprung unserer Heldenreise – des Business Wargaming, kann man durchaus in den Bereich der Kriegsspiele geben – zugegeben gefällt uns das Wort nicht so gut, bedeutet aber in diesem Kontext das Infragestellen eigener Konzepte im Hinblick auf das zu erwartende Verhalten eines möglichen Gegners.

Basierend auf den von Baron von Reiswitz (1811) entworfenen Brettspiel und von General Karl von Müffling weiterentwickelten Strategiespiel, zur Betrachtung verschiedenster Kriegssituationen in 3D, erkannten die damaligen preussischen Heeres-Strategen die Notwendigkeit, althergebrachter Handlungsmuster durch einen fordernden Diskurs zu hinterfragen und zu durchleuchten

In Budapest der 1920’er Jahre erkannte John von Neumann die Bedeutung der Strategiespiele und verfasste zusammen mit dem Volkswirt Oskar Morgenstern 1944 das Buch „Theory of Games and Economic Behavior“ und schufen so die Grundlage der Spieletheorie.

Die Spieletheorie ist ein mathematisches Werkzeug, das das Verhalten von rationalen und unmittelbar auf ihren Eigennutz bedachten Opponenten beschreiben und bewerten kann. Neumann hat eine klare mathematische Lösung für das optimale Verhalten zweier Gegner gefunden. Die Idee dahinter beschreibt die Grundlage, dass man davon ausgehen kann, dass jeder Spielteilnehmer seine Strategien solange optimiert, bis er den höchsten maximalen Nutzen erzielt hat. Diese Situation wird als das Nash-Gleichgewicht (John Nash) bezeichnet. Jedoch die vom französischen Mathematiker Maurice Allais aufgebrachten Paradoxa, zeigten die Schwäche des Systems auf, die des Individuums und sein Umfeld. Mit Herbert Simon und Reinhard Selten, wurde spätestens die „Bounded rationality“ ausformuliert, was bedeutet, dass der Mensch von der übernatürlichen Rationalität befreit wurde und alle sozialen und psychologischen Aspekte des Umfeldes mit einbezogen wurden. Daraus entwickelte sich die verhaltensorientierte Ökonomie (Behavioral Economics). Ende der 70iger des letzten Jahrhunderts, um 1979 wurde systematisch begonnen, das menschliche (Fehl-) Verhalten unter den Gesichtspunkten Risiko und Unsicherheit zu untersuchen. Daraus entstand die sogenannte „Prospect Theory“.

Mit der Prospekt Theory, nähern wir uns der heutigen Wissenschaft zusehends an, erkannte diese Theorie doch, dass Menschen zur Wahrscheinlichkeitsbeurteilungen keine mathematischen Modelle (vgl. Satz von Bayes) verwenden, sondern Heuristiken. Diese Heuristiken strengen unser Großhirn nur minimal an. Das beruht auf der Erkenntnis, dass wir Menschen Situationen unabhängig vom Kontext, dem sogenannten Referenzpunkt beurteilen. Wir sind somit äußerst abhängig davon, wie uns entscheidungsrelevante Informationen präsentiert werden. Untersuchungen haben ergeben, dass:

– Wir sind risikofreudig bei der Aussicht auf wenig wahrscheinliche Gewinne oder Verluste mit hoher Wahrscheinlichkeit.

– Wir sind äußerst Risikoavers, wenn es um Gewinnaussichten hoher Wahrscheinlichkeit und Verlustaussichten geringer

Wahrscheinlichkeit geht.

Was bedeutet das in unseren Betrachtungen und für unser Unternehmen?

Wir hängen übernommenen Prozessen und Anschauungen LEIDENschaftlicher an, als wir bereit sind, uns auf Veränderungen einzulassen. Die ewige Furcht vor der großen Unbekannten! Selbst in der Primaten-Forschung kann man bei Rhesusaffen und Kapuziner-Affen ähnliche Verhaltensmuster in der Entscheidungsfindung erkennen, weshalb auch kulturübergreifend die Menschen global ein ähnliches Entscheidungsverhalten an den Tag legen. Gerd Gigerenzer hat mit seiner Forschung bewiesen, dass schnelle Bauchentscheidungen, auch im wirtschaftlichen Kontext einem langen Räsonieren überlegen sind.

Emotionale geformte Entscheidungen tragen aber oft eigene kognitive Schwächen in sich, emotionale Prädispositionen und Voreingenommenheiten. Diese gilt es sich bewusst zu machen. Mit unserer Methode des Strategic Business Designs können wir auf emotionaler Basis, unser Umfeld rational durchleuchten. Dies bedeutet, sich bewusst zu werden über das Verhalten unserer Mitmenschen oder in unserem Fall unserer Mitbewerber. Die klassische Spieletheorie stellt sich aber eher als eine „Post-mortem-Analyse“ dar.

Der Spieletheoretiker Kesten Green hat 2002/2005, Experten und eine Gruppe von Studenten gebeten, Vorhersagungen über eine Vielzahl verschiedenster Problemstellungen und den Ausgang von Interessenskonflikten zu treffen. Die Studenten wurden unterwiesen dies im Rahmen eines Rollenspiels durchzuführen. Die Studenten lagen mit 62% ihrer Aussagen richtig, die Spieltheoretiker mit 47% und die Experten mit 28% ihrer Aussagen.

Auf Grundlage dieser und zahlreicher weiterer Forschungsergebnisse haben wir neben dem Strategic Business Design auch das Strategic Mind Design entwickelt, indem über Rollenspiele, Veränderungsprozesse in Unternehmen verankert werden. Dabei werden aber nicht nur die Ergebnisse vermittelt, vielmehr wird der Prozess abgebildet. Damit wird der Mitarbeiter und die ganze Organisation von einer übernatürlichen Rationalität befreit und die zu kommunizierenden Ergebnisse können über nachvollziehbare Geschichten des strategischen Umfeldes annehmbar vermittelt werden.

Aus den Forschungsergebnissen von Kesten Green, sowie aus weiteren Gedankenspielen, formte sich nach dem Millenium die neue Form der Wargames. Diese haben sich, abgesehen von der Grundidee, in vielen Bereichen von der klassischen Spieletheorie entfernt und sukzessive den variablen Faktor Mensch mit seiner Identität in die Betrachtungen mit einbezogen.

Aufbauend auf diese Ergebnisse erweiterte Dr. Bernhard G. Förg ab 2012 den Ausgangspunkt auf das Wir, Hier geht es um die Summe möglicher Identitäten in einem Spiel. Diese Betrachtung bezieht sich auf die Emotionale- Version von Gigerenzes Bauchentscheidungen und setzt auf das intuitive Gefühl und das Bedürfnis des ICH’s, sich einem emotionalen WIR anzuschließen. Das Wir stellt sich als eine Summe der ICHs dar, die vielschichtigen Erfahrungswerte die wir in uns tragen. Diese versuchen wir emotional in einem Gegenüber zu suchen. Dadurch werden Emotionen zum Träger menschlicher Business-Entscheidungen und nicht wie man vermuten könnte, rationale Überlegungen. Diese emotionalen Entscheidungscluster innerhalb des Wirtschaftssystems gehören in ihrer ganzen Bandbreit und Wirksamkeit in ihre Entscheidungen mit einbezogen. Aus diesen Betrachtungen heraus, entwickelte sich ab 2014 das klassische Wargame, hin zu einer designten Mind-Strategie.

War das Business-Wargaming bisher meistens den Führungsebenen vorbehalten, ist es in seinem befreiten Zustand auf allen Ebenen für nahezu alle Fragen möglich. Es ist für alle diejenigen geeignet, die Entscheidungen treffen wollen und sich das eigene Bauchgefühl mit dem Außen, dem DU, der Konkurrenz abgleichen wollen. Wichtig ist dabei, dass das Strategic Business Design realistisch angelegt wird, damit wir den Teilnehmern praktische Ideen liefern können. Damit können neue Visionen ausgelöst werden oder gewinnbringende Reflektion erzeugt werden, die es dem Team, der Firma ermöglichen, gezielt auf den Markt reagieren zu können. Das Strategic Business Design/ Wargame bietet auf einer Metaebene, externe Sichtweisen auf eigene Handlungsmuster, Märkte und Produkte. Somit ist das Strategic Business Design/ Wargame ein altbewährtes, mit neuen Sichtweisen hinterlegtes Strategietool für Marketing-, und Brandmanager, Produkt- und Projektmanager, sowie dem Management, mit dem spannenden Nebeneffekt, die Außenwelt und Reaktionen auf seine eigenen Strategien abbilden zu lassen, es entsteht ein Spiegeleffekt. Diese Wahrnehmungen wirken und formen auf das eigene Bewusstsein und können moderiert spannende, kreative Prozesse auslösen.

Vergleichen wir das menschliche Bewusstsein mit dem Wirtschaftsorganismus und den oberen Betrachtungen, kann diese bedeutsame Bewusstseinsveränderung und ihre Chancen für zukunftsorientierte Entscheidungen gut verdeutlicht werden. Denn bei genauerer Betrachtung der Umwelt fällt auf, dass selbst die kleinsten Organismen aus einer unglaublichen Vielzahl und Vielfalt von Einheiten bestehen, der wie wir oben erwähnten, Summe an Ichs. Als solche Einheiten können beispielsweise menschliche Körperzellen verstanden werden, die unterschiedlichen Aufgaben nachkommen. Diverse Theorien aus der Psychologie und der Psychoanalyse gehen davon aus, dass das menschliche Denken und Fühlen aus unterschiedlichen „Anteilen“ besteht. In der Psychoanalyse nach Sigmund Freud beispielsweise, wird von den drei Instanzen: des Es, des Ich’s und dem Über-ich’s ausgegangen. In der Transaktionalanalyse findet man sogenannte Ich-Zustände, welche das Eltern-ich, das Erwachsenen-ich und das Kindheits-ich umfassen. Auch in der medizinischen/ klinischen Hypnose wird mit inneren Anteilen „(an-)Teilen“ der Patienten gearbeitet. Diese Betrachtungsweisen lassen sich so ähnlich jedoch in vielen weiteren Therapien und Theorien finden, wie der systemischen Therapie, der Kommunikationstheorie, sowie der Gestalttheorie.

„Nichts ist so unwiederstehlich wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

(Victor Hugo, 1879)

Was das mit den Einflüssen auf Entscheidungen im Wirtschaftssektor und für das Business Wargaming zu tun hat?

Nun, die Persönlichkeit des Menschen scheint sich aus unterschiedlichen Kompartimenten zusammenzusetzen, welche in ihrer Gesamtheit funktionell Entscheidungen treffen, sowie unsere Charakterzüge bestimmen. Aufgrund unserer sozialen Veranlagung sind wir Menschen in der Lage, auf Gefühle, Verhaltensweisen, ect. von Anderen zu reagieren. Diese Empathiefähigkeit bedeutet außerdem, dass wir uns in die Lage anderer Personen hineinversetzen und auch nachvollziehen können. Spezielle Nervenzellen – die sogenannten Spiegelneuronen – sind für einen Großteil der Empathefähigkeit verantwortlich. Die daraus resultierende und für das Strategic Business Design/ Wargaming durch zahlreiche Anwendungen bestätigte Schlussfolgerung ist daher, dass Menschen, die sich mit einer anderen Person oder Organisation gedanklich assoziieren und gleichzeitig genügend Hintergrund-Informationen besitzen, in der Lage sind, sehr ähnliche Entscheidungen zu treffen oder auch ähnliche Verhaltensweisen an den Tag zu legen wie ebendiese – sie schlüpfen im wahrsten Sinne in die jeweiligen Rollen und übernehmen deren Systeme.

Übersetzt auf ein Unternehmen gilt dasselbe Prinzip, da auch hier eine klassische Rollenaufteilung stattfindet. Jede Handlung des Managers wird aus seiner individuellen Position heraus erfolgen. Der Mitarbeiter, welcher in der Lage ist, Sachverhalte ebenso aus der Perspektive des Managers zu betrachten, wird viele Spannungsfelder bereits im Vorfeld erkennen und darauf rechtzeitig reagieren können. Verschiedenste Anteile einer erfolgreichen Unternehmens-Strategie nutzt das Strategic Business Design/ Wargaming um die unterschiedlichen Anteile eines Anliegens (Mitbewerber, Markt, Produkt, …) miteinbeziehen zu können. Daraus ergeben sich ganzheitliche, zukunftsorientierte Strategiefindungen unter Berücksichtigung aller wichtigen Faktoren in dem Bestreben, blinde Flecken und unerwartete Verhaltensmuster und Entscheidungen abzufangen.

Aus dieser Perspektive ergeben sich unterschiedliche Business-Anwendungen, wie:

 Das Erkennen von Marktveränderungen.

 Globale, nationale und lokale Strategien testen.

 Strategien zur Verbesserung der Marktanteile (Konkurrenz).

 Strategien gegen wachsende Bedrohungen.

 „abschirmen“ von Markteinführungen.

 Betrachten von Geschäftsszenarien.

 Erkennen von Lücken im Marktwissen.

Klassische Wargames sind einfache Rollenspiele, die ein 3D Standbild erzeugten. Das Strategic Business Design ist eine emotionale Erweiterung, die ausgebaut werden kann, zu aktiven Lösungsschritten.

In der Medizin wissen wir heutzutage, dass im Grunde jede Krankheit multifaktoriell bedingt ist, das bedeutet, dass das Auftreten einer Krankheit durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Dabei spielen die genetische Voraussetzung, eine Fülle von Umwelteinflüssen, das individuelle Verhalten, die Psyche, das Immunsystem ect. eine Rolle. Dies lässt auch hier wieder den Schluss zu, dass kein einzelner Anteil für Sich alleine zu betrachten ist, sondern die Gesamtheit und das Zusammenspiel dieser Faktoren über den Verlauf einer Krankheit entscheidet. Aus diesem Aspekt heraus ist also auch das Finden einer Strategie als ein System zu betrachten, in welchem die Interaktion der im System befindlichen Anteile zu einem Ergebnis führt. Im Strategic Business Design wird dieser Ansatz bewusst so gewählt, da so eine realitätsgetreue Nachstellung möglich ist. Dieses Spiel mit all seinen Protagonisten formt sich jetzt zu einer Story, die, ist sie erst fertig erzählt, als Handlungsgrundlage für die Weiterreise meines Helden (z.B. meinem Unternehmen) gelten kann. Bin ich Teil einer Geschichte, betrachte ich nicht nur die außenstehende Person, ich erfahre diese Person, ich lerne mich hineinzuversetzen, ich fühle die Grundlagen für Entscheidungsprozesse. Aus einem aufkommenden Bauchgefühl heraus, können im Wechselspiel neue Betrachtungen, Erfahrungen und Inspirationen im Bewusstsein modelliert werden.

Marc Aurel hat einmal gesagt, dass der Erfolg einer Unternehmung, proportional von der Beschaffenheit der Gedanken aller Beteiligten abhängt und genau darum geht es, neben der Gewichtung der Vorstellungskraft von Gedanken, um jene Gedanken des Anderen, den anderen Protagonisten, die mich in meiner Entscheidung und Auswirkung maßgeblich beeinflussen können.

Bestimme ich meinen Helden in dieser Story stellen sich in weiterer Folge fast schon automatisch die Fragen:

 Was sind die möglichen Gefahren auf meiner Reise zu meinem Ziel?

 Wie werden mögliche Gegner vorgehen um mich daran zu hindern, an mein Ziel zu gelangen?

 Wie kann ich am besten auf anstehende Gefahren reagieren?

 Wer kann mich unterstützen, um zu meinem Ziel zu gelangen?

 Und warum begebe ich mich überhaupt auf meine Reise, ist es mir und meinem Team klar?

Laufend versuchen wir uns in andere hineinzudenken um sie besser verstehen zu können. Wir versuchen uns in die Denkprozesse von Vorgesetzten hineinzuversetzen, wir denken bei Kindern daran, wie man wohl selber war als Kind.

Das Strategic Business Design liefert Außenperspektiven und ein besseres Verständnis des Gegenübers. Erreicht wird dies durch Rollenspiele. Da es sich hierbei um ein angedeutetes Wettkampf-Szenario handelt, ist es auch besonders gut in einem Wettbewerbskontext anzuwenden.

Aber warum erweisen sich derartige Rollenspiele – eine Heldenreise, im Hinblick auf wettbewerbliche Aspekte so nützlich?

Der Erfolg jeder Wettbewerbsstrategie hängt in großem Masse von Dritten ab, wie einem Konkurrenzunternehmen. Strategische Rollenspiele helfen, etwaige Reaktionen abzuschätzen. Man taucht sozusagen in die Gedankenwellt des Außen, dem Gegenüber, der Konkurrenz ab.

Professor Phil Rosenzweig hat in seinem Buch der „Halo-Effekt“ mit den prophezeienden Erfolgsrezepten wie „From Good to Great“, „What realy works“ und allen ähnlichen derzeit Massen-Populären Verwirklichungsbüchern aufgeräumt. Ebenso auch mit den zahlreichen Unternehmensberaten und namhaften Consulting-Agenturen wie McKinsey&Co., Bain, sowie zahlreichen anderen, die behaupten, welche Verhaltensmuster und Charakteristik der hohen Effizient erfolgreicher Unternehmen zugrunde liegen. Auf seiner Wirtschaftshochschule dem IMD in Lausanne, Schweiz, erforschte er diesen Prophezeihungen zugrundeliegenden Irrtümer. Einer dieser dauernden Wiederholungen an Irrtümern bezeichnet er als die „Illusion der absoluten Performance“:

Die Illusion der absoluten Performance kommt in der irrigen Vorstellung zum Ausdruck, ein Unternehmen könnte eine hohe Performance unabhängig vom Verhalten der Konkurrenz alleine durch Befolgen einer simplen Formel erzielen. … Nicht nur dass Evergreen Project (von McKinsey) war Opfer einer solchen Illusion. Als Collins und Porras in „Immer erfolgreich“ ihren „Masterplan für den dauerhaften Erfolg“ vorstellten, erwähnten sie mit keinem Wort die Konkurrenz oder die Dynamik des Wettbewerbs. Aus der Relativität der Performance folgt aber, dass sich der Erfolg nicht alleine damit einstellt, dass wir bestimmte Regeln befolgen, mögen diese auch noch so begründet sein; die Konkurrenz hat immer ein Wörtchen mitzureden. (Rosenzweig,Phil: Der Halo-Effekt, New York: Free Press, 2007 (dt.: Der halo-Effekt. Offenbach: GABAL, 2008): S.148-149)

Betrachtet man diese Prophezeihungen des Erfolges genauer, so hat Prof. Phil Rosenzweig, vorallem in dem von Ihm angesprochenen Büchern meinen Erfahrungen folgend nicht in allen Belangen recht, da Visionen von der Richtigkeit einer Handlung, nach meiner langjähriger Beobachtung deswegen nicht funktionieren, da den Anwendern oft der Glauben daran fehlt und deshalb notwendige Handlungsmuster nicht gesetzt werden. Der Held muss festen Glaubens sein, um seinen Weg unbeirrt beschreiten zu können.

Die von vielen Consultingfirmen prophetenhaft heruntergebeteten Lösungsansätze haben demnach wohl eher zwei Aufgaben. Zum einen die Aussage, dass Bildungsintelligenz Erfolg verspricht und dass das Risiko ihrer Entscheidungen so abgewälzt werden können, was viele Consultingfirmen eher zu Risikoverwaltern und gigantischen Emotions-Mülltonnen werden lässt, als zu Unterstützern und Spiegelung der Intuitionen seiner Kunden, bzw. zu Unterstützern einer Heldenreise. Natürlich kann auch das Strategic Business Design/ Business Wagaming hier keinen Erfolg garantieren, aber dennoch, hat es in seiner Wirkung, den Helden zu unterstützen einen außerordentlichen Erfolg. Ganz „nebenbei“ wird ein großer Erfahrungsmehrwert erzeugt – den sich zu erfahren und vorallem sich wieder auf sein Bauchgefühl einzulassen zu können. Ergänzt wird dies durch den Aufbau zahlreicher Unterstützer ihres Helden, in ihrem Unternehmen, indem sie gruppenspezifische Informanten aufbauen, die sie mit den notwendigen, für neue Betrachtungen wichtigen Informationen versorgen.

Ausschnitt aus dem Buch: „Strategisches Business-Design“ von Dr. Bernhard G. Förg

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